Carla von Lahnstein

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Novemberstern
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Carla von Lahnstein

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Bedeutung der Rolle Carla von Lahnstein für die Community :rainbow:

Carla von Lahnstein (gespielt von Claudia Hiersche) aus der Serie 'Verbotene Liebe' gilt bis heute als eine der wichtigsten Figuren für die Sichtbarkeit lesbischer Frauen im deutschen Fernsehen. Als die Rolle im September 2003 in Folge 2060 eingeführt wurde, war Homosexualität zwar kein Tabu mehr, doch queere Charaktere wurden in Daily Soaps und Telenovelas bestenfalls nur als Nebenfiguren dargestellt oder auf Stereotype reduziert.

Carla hingegen war eine komplexe Hauptfigur: erfolgreiche Geschäftsfrau, Teil einer der zentralen Familien der Serie – und lesbisch. Außer ihrem Bruder Leonard (Lars Korten) war ihre sexuelle Orientierung jedoch zunächst weder in der Familie noch in der Öffentlichkeit bekannt.

Ihre Liebesgeschichten (vor allem Carla & Hanna, kurz Canna, sowie Carla & Susanne - SuCa) wurden nicht als Randhandlung erzählt, sondern als emotionale Storylines, die genauso viel Höhen und Tiefen durchlebten wie heterosexuelle Paarkonstellationen.

Bedeutende Menschen in Carlas Leben und Handlungsstränge in Kurzfassung

Evelyn Thoma: Evelyn, gespielt von Sarah Maria Besgen, ist nicht nur Carlas Assistentin, sondern auch ihre Geliebte. Die Situation verkompliziert sich als Carla beginnt, Gefühle für Hanna Novak zu entwickeln, Evelyn ist eifersüchtig. Schließlich zieht Carla die Konsequenzen und trennt sich von Evelyn. Die angespannte Situation zwischen den beiden eskaliert bei der Hochzeit von Carlas Vater und Familienoberhaupt Johannes von Lahnstein (Thomas Gumpert). Evelyn stürmt die Hochzeitsfeierlichkeiten und outet Carla vor der gesamten Gesellschaft als lesbisch. Um einen Skandal abzuwenden, springt Carlas Begleiter Bernd von Beyenbach ein – und präsentiert sich kurzerhand als ihr Verlobter.

Bernd von Beyenbach: Als Bernd von Beyenbach, gespielt von Ron Holzschuh zum ersten Mal Carla begegnet, verliebt er sich sofort in sie – oder zumindest in das Bild, das er sich von ihr macht. Er weiß zunächst nichts von ihrem wahren Wesen. Bernds Annäherungsversuche prallen mehrfach an Carla ab – ungewohnt und verwirrend für ihn. Als er schließlich hinter Carlas gut gehütetes Geheimnis kommt, reagierte er zunächst schockiert, entwickelt sich aber bald zu einem wichtigen Verbündeten und Vertrauten. Gleichzeitig nutzt er seine Nähe zur Gräfin, um geschäftliche und gesellschaftliche Vorteile zu erlangen.

Hanna Novak: Hanna, dargestellt von Katharina Dalichau, ist Carlas erste große Liebe. Die Beziehung bleibt geheim und endet tragisch mit Hannas Tod im Sommer 2004. Hanna hat immer wieder versucht, Carla zu überzeugen, ihrem Vater die Wahrheit zu sagen, doch Carla hatte zu große Angst vor Johannes’ Reaktion.

Was 'Verbotene Liebe' für mich in diesem Fall immer besonders gemacht hat, war der Umgang mit Carla nach dem Tod von Hanna. In vielen Daily Soaps verschwinden Figuren schnell aus dem Gedächtnis, sobald ihre Geschichte zu Ende erzählt ist – Trauer wird oft nur kurz angedeutet, bevor der nächste Handlungsstrang beginnt. Bei Carla war es anders: ihre Trauer um Hanna zog sich über eine lange Zeit hinweg und wurde als fester Bestandteil ihrer Figur gezeigt. Das gab ihrer Beziehung zu Hanna viel Authentizität. Hanna blieb nicht einfach eine 'vergangene' Figur, sondern sie lebte in Carlas Erinnerungen und Gefühlen weiter. Dadurch konnte man als Zuschauer*in miterleben, wie schwer es für Carla war, nach diesem Verlust wieder ihren Platz im Leben zu finden.

Nach Hannas Tod hält Carla an ihrem Vorhaben fest, mit Bernd von Beyenbach eine Scheinehe einzugehen, um den Erwartungen ihres Vaters und den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. Doch am Tag der Hochzeit spielt Carlas Bruder Ansgar (Wolfram Grandezka) Johannes ein kompromittierendes Videoband zu, das Carlas Homosexualität offenbart. Zutiefst verletzt über die Täuschung seiner Tochter, fordert Johannes von Carla, die Scheinehe trotzdem einzugehen – einzig, um die vermeintliche 'Schande' zu vertuschen und den äußeren Schein der Familie zu wahren.

Susanne Brandner: Anfang 2005 wird zunächst mit der Figur Anke Hoffmann, gespielt von Annika Peimann, ein neuer Abschnitt in Carlas Leben eingeläutet - immer noch begleitet von den Erinnerungen an Hanna. Die beiden haben eine kurze Affäre bevor schließlich mit Susanne Brandner, gespielt von Claudia Scarpatetti , Mitte des Jahres ein neuer großer Handlungsstrang beginnt. Susanne, die mit ihren Kindern Lisa und Paul nach Düsseldorf zurückgekehrt ist, trifft auf Carla, die nach dem Tod von Hanna eigentlich mit dem Thema Beziehung abgeschlossen hat. Aus ersten Begegnungen entsteht eine reine Freundschaft, aber schon bald wird deutlich, dass Susanne tiefere Gefühle entwickelt. Nach und nach gelingt es ihr, Carlas Mauern zu durchbrechen – und aus Freundschaft entsteht schließlich Liebe.

Carla ist inzwischen von Bernd geschieden, und auch die Beziehung zu ihrem Vater Johannes hat sich entspannt. Einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer Beziehung markiert eine Schlüsselszene: Als Johannes in Carlas Zimmer zufällig Hannas Abschiedsbrief findet und liest, wird ihm klar, wie viel Hanna seiner Tochter bedeutet hat. Er zeigt Einsicht, gesteht seine Fehler ein und ist froh, dass Carla nun mit Susanne ein neues Glück gefunden hat.

Die Hochzeit von Carla & Susanne im Jahr 2006 war nicht nur ein Highlight für die Figuren selbst, sondern auch ein bemerkenswerter und historischer Moment in der deutschen Fernsehlandschaft: zwei Frauen, die sich offen zueinander bekennen und eine Ehe eingehen.

Wie es in Soaps oft der Fall ist, währt das Glück nach der Hochzeit nur kurz. Der gemeinsame Wunsch nach einem Kind bringt neue Herausforderungen mit sich. Durch eine Samenspende wird Carla schwanger, und mit der Geburt der kleinen Sophia scheint der Traum von einer Familie perfekt. Doch bereits während der Schwangerschaft treten Zweifel, Unsicherheiten und Eifersucht zutage. Susannes Gefühle für den Samenspender (Lars Schneider, Hannas Ex-Freund) und Carlas Affäre mit einer Freundin aus Studienzeiten (Frederike von Traunitz) führen schließlich zu einem Bruch, den keine von beiden mehr kitten kann.

Nach der Scheidung von Carla Ende 2007 verlässt Susanne Düsseldorf und beginnt ein neues Leben in Marseille. Im Jahr 2012 kehrt sie für einen Gastauftritt zur Beerdigung ihres Vaters Arno Brandner nach Düsseldorf zurück.

Stella Mann: Stella, gespielt von Anne Wis, ist die Cousine von Christian Mann (Thore Schölermann) und Gregor von der Waldenau (Andreas Jancke). Sie tritt erstmals im Dezember 2008 in Erscheinung und wird als Schlossverwalterin auf Schloss Königsbrunn eingestellt. Über Umwege werden Carla & Stella (Starla) schließlich ein Paar.

Carlas Ausstiegsgeschichte wird von familiären Machtkämpfen dominiert, besonders mit ihrem Bruder Ansgar. Nach dem Verschwinden ihres Vaters Johannes bei einem Flugzeugabsturz 2008 übernimmt Carla vorübergehend die Leitung der Lahnstein Holding. Ansgar, stets auf Macht und Einfluss bedacht, versucht immer wieder, Carla aus dem Familienunternehmen zu drängen.

Schließlich entscheidet sich Carla, die ständigen Intrigen hinter sich zu lassen. Nachdem Stella ihr auf dem Schlossinnenhof einen Heiratsantrag gemacht hat, verabschieden sich beide im November 2009 von Schloss Königsbrunn. Zusammen mit Carlas Tochter Sophia gehen sie auf Weltreise und beginnen ein neues Leben miteinander.

Während Carlas Kampf um die Holding spielt die Beziehung zwischen ihr und Stella eine eher untergeordnete Rolle. Den beiden wird als Paar wenig Raum gegeben, es gibt kaum eine Entwicklung, stattdessen wirkt gegen Ende alles etwas hastig zusammengeschrieben. Der Heiratsantrag dient hauptsächlich dazu, Carla ein Happyend zu ermöglichen.
MeL
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Re: Carla von Lahnstein

Beitrag von MeL »

Schöne Zusammenfassung. :rainbow:

Ich habe Carlas Storylines immer mal wieder verfolgt, aber bis auf die letzte mit Stella nie durchgängig, weil es mir dann immer irgendwann zu „soapig“ wurde. Ich kann nachvollziehen, dass viele Carla-Fans von der Stella-Storyline nicht so angetan waren. Was ich daran interessant fand: Es war endlich mal eine, wo beide Frauen von vornherein wussten, dass sie Frauen lieben, aber sie sind trotzdem nicht sofort zusammengekommen. Und: Es gab ein Happy End für ein Frauenpaar. Gerade bei Carlas anderen beiden wichtigen Beziehungen wurde wirklich tief in die Klischeekiste gegriffen, zum einen „bury your gays“ (queere Figuren werden nie glücklich, weil irgendwann eine stirbt), zum anderen „da muss nur der richtige Mann kommen“. Und natürlich: Sobald zwei Frauen ein Paar sind, wollen sie unbedingt auf jeden Fall ein Kind. :roll: Das ist jetzt natürlich etwas verkürzt dargestellt und es war tatsächlich komplexer, aber gerade bei einem Publikum, das zu der Zeit leider noch sehr viele Klischees im Kopf hatte, konnte das wie eine Bestätigung wirken. Dass zwei Frauen auch einfach mal zusammen glücklich werden können, wurde halt nicht so häufig gezeigt. (Auch heute noch nicht, weil die Paare dann immer noch zu oft rausgeschrieben werden, aber das ist ein Thema für einen anderen Thread… )

Was du gar nicht erwähnt hast, ist die Neuauflage von VL. Da war Carla ja leider auch nur am Rande dabei. Aber wurde eigentlich mal erklärt, was aus ihr und Stella geworden ist? Ich erinnere da gar nicht mehr.
Ich sehe Serien und schreibe darüber. Hier geht's zu meinem Blog:

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Da findet sich übrigens auch eine

Übersicht queerer Frauenfiguren in deutschen Serien
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Novemberstern
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Re: Carla von Lahnstein

Beitrag von Novemberstern »

MeL hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 12:17 ... bei Carlas anderen beiden wichtigen Beziehungen wurde wirklich tief in die Klischeekiste gegriffen, zum einen „bury your gays“ (queere Figuren werden nie glücklich, weil irgendwann eine stirbt)...
Es lässt sich nicht bestreiten, dass Hannas Tod auf ein Klischee zurückgreift und das berüchtigte 'bury your gays‘-Trope bedient.
Andererseits wurde Hanna durch ihren Tod zu mehr als 'nur' einer Figur unter vielen.

Solange eine Serienfigur lebt, bleibt ihre Entwicklung offen: sie kann Fehler machen, sich verrennen, unglückliche Entscheidungen treffen etc. Wäre Hanna nicht gestorben, wäre ihre Beziehung zu Carla nach typischer Soap-Logik früher oder später wohl ähnlich gescheitert wie Carlas Beziehung zu Susanne. Durch ihren Tod wird Hannas Bild nicht mehr überlagert durch spätere (negative) Entwicklungen – stattdessen wird es fixiert und damit fast schon idealisiert.

Sie wird nicht vergessen, sondern bleibt als Bezugspunkt lebendig – in Rückblenden, in Gesprächen mit anderen Figuren und in der Erinnerung der Zuschauer*innen. Das macht sie 'unsterblich'.
MeL hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 12:17...zum anderen „da muss nur der richtige Mann kommen“. Und natürlich: Sobald zwei Frauen ein Paar sind, wollen sie unbedingt auf jeden Fall ein Kind. :roll:
Die Idee mit dem Kind geht dabei in erster Linie von Susanne aus. Carlas Schwangerschaft ist für mich 'out of character' gewesen. Wenn unbedingt eine 'Wir wollen ein Kind' Story sein muss, hätte ich eher erwartet, dass Susanne das Kind austrägt und nicht Carla. Neben dem Motiv 'es muss nur der richtige Mann kommen' spielt in dieser Handlungsschiene ein weiterer Aspekt hinein: ausgerechnet Lars Schneider, Hannas Ex-Freund, wird als Samenspender ausgewählt. Damit schwingt unterschwellig die Botschaft mit: 'Damals habe ich dir Hanna weggenommen, jetzt nimmst du mir Susanne weg?!' – ein Satz, den Carla in einer Szene tatsächlich ausspricht, als es zwischen ihr und Susanne während der Schwangerschaft bereits heftig kriselt. Von Carla fällt in diesem Zusammenhang auch der Satz: 'Dieses Kind ist ein großer Fehler.'

Der gesamte Plot nach der Hochzeit ist darauf ausgelegt gewesen, die beiden zu trennen. Am Ende zeigt sich Susanne zwischen beiden hin- und hergerissen, denn sie liebt sowohl Carla als auch Lars – doch letztlich ist es Carla, die den Schlussstrich zieht und die Scheidungspapiere unterschreibt.

Tom Chroust, der als Drehbuchautor an der Serie 'Verbotene Liebe' beteiligt gewesen ist (auch bei anderen deutschen Soaps), geriet wegen des Verlaufs der Liebesgeschichte zwischen Carla & Susanne sehr in die Kritik. Besonders die Entscheidung, Susanne aus der Serie aussteigen zu lassen, hat für großen Unmut gesorgt.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass wir es mit einer Daily-Soap zu tun haben – einem Genre, das seinen ganz eigenen Regeln folgt.

Als Soap-Figur in einer Liebesbeziehung gibt es im Grunde nur 3 mögliche Enden:

* Du stirbst und die Liebe wird unsterblich 👉 Carla & Hanna

* Du wirst von deinem/deiner Partner*in betrogen oder betrügst ihn/sie früher oder später selbst,
und die Liebe stirbt einen unrühmlichen Tod 👉 Carla & Susanne

* Du reitest mit deinem/deiner Partner*in glücklich dem Sonnenuntergang entgegen,
beide verlassen die Serie 👉 Carla & Stella

Welche dieser Varianten umgesetzt wird bzw. ob es ein Happy End gibt, hängt meist von der Vertragslaufzeit der einzelnen Schauspieler*innen ab.

Als 2008 angekündigt wurde, dass Anne Wis mit einem Einjahresvertrag in die Serie einsteigen wird, hatte ich sofort die Vermutung, dass sie dazu bestimmt ist, Carla 'abzuholen'. Claudia Hiersche verkörperte zu diesem Zeitpunkt bereits im sechsten Jahr die beliebte Gräfin – und es war absehbar, dass sie sich irgendwann nach neuen Herausforderungen umsehen würde.

MeL hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 12:17Ich kann nachvollziehen, dass viele Carla-Fans von der Stella-Storyline nicht so angetan waren. Was ich daran interessant fand: Es war endlich mal eine, wo beide Frauen von vornherein wussten, dass sie Frauen lieben, aber sie sind trotzdem nicht sofort zusammengekommen. Und: Es gab ein Happy End für ein Frauenpaar.
Ja, obwohl die Beziehung zu Stella nicht denselben Raum erhält wie Carlas Beziehungen zuvor, ist sie dennoch ein Lichtblick: Mit ihr tritt nicht nur eine zweite weibliche Hauptfigur auf, die Frauen liebt, sondern die Erzählung verzichtet zugleich auf 'Coming-out-Drama' und sonstige Klischees. Leider haben Carla & Stella das Pech gehabt, zeitgleich mit der großen queeren Storyline von Christian & Olli zu laufen. Da die Macher von 'Verbotene Liebe' nie zwei zentrale queere Handlungsstränge parallel erzählt haben, mussten wir uns am Ende von Carlas Geschichte mit wenigen Starla-Szenen zufriedengeben. Das selbst diese Szenen ausbaufähig gewesen wären, kommt in Fanfictions zum Ausdruck, wie z.B. in den Carla & Stella - Lost Scenes von nike75.

Zwar hätte die Geschichte noch mehr Potenzial gehabt, dennoch bleibt festzuhalten: Carla & Stella sind das erste Frauenpaar in einer deutschen Soap für das es ein Happy End gegeben hat. Und das sollte – leider – sehr lange so bleiben bis zur Geschichte von Carolin & Vanessa in 'Sturm der Liebe' (2022/2023) und Chiara & Ava in 'Alles was zählt' (2023/2024).
MeL hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 12:17Was du gar nicht erwähnt hast, ist die Neuauflage von VL. Da war Carla ja leider auch nur am Rande dabei. Aber wurde eigentlich mal erklärt, was aus ihr und Stella geworden ist? Ich erinnere da gar nicht mehr.
Die Neuauflage 'Verbotene Liebe – Next Generation' im Jahr 2020 ist im Hinblick auf Carla eine große Enttäuschung gewesen. Diese Carla hatte für mich fast nichts mehr mit der 'alten' Carla zu tun. Sie ist nun Inhaberin einer Event-Agentur und tritt bei der großen Jubiläumsfeier der Verhovens – die neue Familie, die auf Schloss Königsbrunn lebt - in Erscheinung. Dabei ist sie ein Charakter ohne jegliche Vergangenheit. Die Zuschauer*innen erfahren nicht mit einem Wort, was aus ihr und Stella geworden ist. Haben sie wirklich geheiratet? Sind sie noch zusammen? Was ist aus Carlas Tochter Sophia geworden? :dontknow: Fragen, die unbeantwortet bleiben. Es gibt nur eine Szene, in der deutlich wird, dass die Autor*innen wenigstens nicht vergessen haben, dass Carla lesbisch ist. :flehen:

Unter den vertrauten Gesichtern, die in die Neuauflage integriert wurden – Clarissa, Ansgar, Olli, Tante Charlie und Carla – rücken letztlich vor allem Olli und Ansgar im Handlungsverlauf am häufigsten in den Vordergrund.

Unter den Nebenfiguren in Carlas Geschichte gibt es zwei Charaktere, die wie Stella, von vornherein wissen, dass sie Frauen lieben:

Carlas Assistentin Evelyn (2003)...

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Mir tat Evelyn schon ein bisschen leid, weil sie wirklich in Carla verliebt war...

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Und Anke (2005)...

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Novemberstern
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Re: Carla von Lahnstein

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"Susanne?!"...nein es ist 'Überraschung' Frederike
....Frederike, darf ich vorstellen "das ist meine Frau Susanne, meine Ehefrau".

Nach Evelyn im Jahr 2003 und Anke 2005 treten 2007 zwei weitere queere Nebenfiguren in Carlas Geschichte in Erscheinung: zunächst im Sommer Frederike von Traunitz, gespielt von Alexandra Reimer-Duffy, und gegen Jahresende Marina Felix, verkörpert von Schauspielerin Nicole Allmann. Während Marina von der Produktionsfirma UFA Serial Drama eindeutig als lesbische Figur kommuniziert wurde, fehlt eine solche offizielle Bestätigung bei Frederike. Dennoch ist ihre Rolle von Anfang an klar darauf ausgelegt, Spannungen in Carlas Ehe mit Susanne zu bringen.

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Als alte Freundin erscheint Frederike genau in dem Moment, als Carlas Beziehung während der Schwangerschaft ohnehin schon belastet ist. Dramaturgisch übernimmt sie die klassische Funktion der Störerin und Intrigantin: Mit gezielten Manipulationen verschärft sie die bestehende Krise und treibt die Handlung voran. Der Höhepunkt dieser Dynamik ist ein One-Night-Stand zwischen Carla und Frederike – womit Frederikes "Auftrag" innerhalb der Serie erfüllt ist. Kurz darauf verlässt sie Düsseldorf wieder. Für eine langfristige Liebesgeschichte ist die Figur nie vorgesehen gewesen, sondern ausschließlich für die Zuspitzung und das Drama innerhalb von Carlas Handlungsbogen.

Marina Felix erscheint in Carlas Geschichte als kurze "Episodenbeziehung" nachdem sie sich von Susanne getrennt hat. Der Scheidungstermin steht unmittelbar bevor, und Susanne ist inzwischen mit Lars zusammen. Die Liaison mit Marina lässt Carla nach der Geburt von Tochter Sophia und den Belastungen der Trennung von Susanne wieder aufleben.

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Gleichzeitig weckt Carlas Beziehung zu Marina in Susanne Eifersucht – was auch Lars nicht entgeht. Diese Eifersucht führt schließlich dazu, dass auch Susannes Beziehung zu Lars zerbricht, da sie in dem Dilemma steckt, sich weder klar für Lars noch für Carla entscheiden zu können.

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Novemberstern
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Re: Carla von Lahnstein

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Novemberstern hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 18:41 Nach Hannas Tod hält Carla an ihrem Vorhaben fest, mit Bernd von Beyenbach eine Scheinehe einzugehen, um den Erwartungen ihres Vaters und den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. Doch am Tag der Hochzeit spielt Carlas Bruder Ansgar (Wolfram Grandezka) Johannes ein kompromittierendes Videoband zu, das Carlas Homosexualität offenbart. Zutiefst verletzt über die Täuschung seiner Tochter, fordert Johannes von Carla, die Scheinehe trotzdem einzugehen – einzig, um die vermeintliche 'Schande' zu vertuschen und den äußeren Schein der Familie zu wahren...

Einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer Beziehung markiert eine Schlüsselszene: Als Johannes in Carlas Zimmer zufällig Hannas Abschiedsbrief findet und liest, wird ihm klar, wie viel Hanna seiner Tochter bedeutet hat. Er zeigt Einsicht, gesteht seine Fehler ein..
Bernd, der alte Gauner, der seine eigene Großmutter verkaufen würde :engel: , um zu bekommen, was er will:

Kurz nach Hannas Tod fällt Bernd Hannas Abschiedsbrief an Carla in die Hände. Er unterschlägt ihn kurzerhand und lässt ihn verschwinden, um Carlas Trauer zu
seinem Vorteil zu nutzen und sich als fürsorglicher Tröster zu inszinieren...aber zum Glück hat er den Brief nicht vernichtet...

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Re: Carla von Lahnstein

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Novemberstern hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 18:41 Die Hochzeit von Carla & Susanne im Jahr 2006 war nicht nur ein Highlight für die Figuren selbst, sondern auch ein bemerkenswerter und historischer Moment in der deutschen Fernsehlandschaft: zwei Frauen, die sich offen zueinander bekennen und eine Ehe eingehen.
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Re: Carla von Lahnstein

Beitrag von Novemberstern »

Novemberstern hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 18:41 Carlas Ausstiegsgeschichte wird von familiären Machtkämpfen dominiert, besonders mit ihrem Bruder Ansgar. Nach dem Verschwinden ihres Vaters Johannes bei einem Flugzeugabsturz 2008 übernimmt Carla vorübergehend die Leitung der Lahnstein Holding. Ansgar, stets auf Macht und Einfluss bedacht, versucht immer wieder, Carla aus dem Familienunternehmen zu drängen.

Schließlich entscheidet sich Carla, die ständigen Intrigen hinter sich zu lassen. Nachdem Stella ihr auf dem Schlossinnenhof einen Heiratsantrag gemacht hat, verabschieden sich beide im November 2009 von Schloss Königsbrunn. Zusammen mit Carlas Tochter Sophia gehen sie auf Weltreise und beginnen ein neues Leben miteinander.

Während Carlas Kampf um die Holding spielt die Beziehung zwischen ihr und Stella eine eher untergeordnete Rolle. Den beiden wird als Paar wenig Raum gegeben, es gibt kaum eine Entwicklung, stattdessen wirkt gegen Ende alles etwas hastig zusammengeschrieben. Der Heiratsantrag dient hauptsächlich dazu, Carla ein Happyend zu ermöglichen.

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chubby
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Re: Carla von Lahnstein

Beitrag von chubby »

Ich muss den Thread nochmal hochholen.

Ich habe mir in letzter nochmal die Figur "Carla von Lahnstein" in "VL" angesehen.

Für mich eigentlich eine Serienfigur die es nicht so oft in der Serienlandschaft gibt.
Ich meine dabei nicht so sehr, dass "Carla" lesbisch", sondern eher das was "Carla" als Frau etc. darstellt.
Das Andere kommt dazu.

Betrachte ich den Charakter von "Carla", bekomme ich immer sofort den Vergleich zu "Bette Porter" und natürlich der Zusammenhang, dass beide Figuren sich in der Kunstwelt bewegen/bewegt haben.
(letzteres schreibe, da es ja immer wieder Gerüchte gibt, dass es einen weiteren Reboot von The L Word geben wird und ich will ich mich jetzt auch gar nicht weiter zu Jennifer Beals äußern. Das gehört hier nicht hin. Vielleicht mache ich das noch im entsprechenden Thread.) Wäre natürlich interessant, ob man sich von den Verantwortlichen der "VL" tatsächlich bedient hat.

Aber, ich muss zugeben, dass es auch nach so vielen Jahren, immer noch die Erkenntnis bei mir darüber gibt, was man mit "Carla und Susanne" gemacht hat.... das mich das immer noch sauer macht.
Auch hier will mich gar nicht so viel reinsteigen.
Aber, auch das muss gesagt, dann macht schon diesen Reboot, Claudia Hiersche ist dabei und man erwähnt mit keiner Silbe, was mit "Carlas" Frau und Tochter wurde.
Nochmal aber, wer den Reboot von TLW gesehen, auch dort gab es in der Geschichte von "Tibette" ich sage mal diplomatisch, Ungereimtheiten im Erzählen.
ANNA LOOS: "Das beste Accesoires einer Frau ist ihr Verstand"
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Novemberstern
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Re: Carla von Lahnstein

Beitrag von Novemberstern »

chubby hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 10:10 Ich muss den Thread nochmal hochholen.
Sehr gut, dazu habe ich diesen Thread eröffnet chubby. :knuddelknutsch:

Das ist hier Nostalgie, bisher überwiegend aus meiner Erinnerung & Sichtweise geschrieben.
Das soll jedoch nicht ausschließen, dass andere ('alte') Carla-Fans selbiges tun, um auf diese Weise Schwärmerei aber auch Diskussionen anzustoßen. :wink:
chubby hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 10:10Aber, ich muss zugeben, dass es auch nach so vielen Jahren, immer noch die Erkenntnis bei mir darüber gibt, was man mit "Carla und Susanne" gemacht hat.... das mich das immer noch sauer macht.
Das ist mehr als verständlich.
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